11. Juli 2026
Natur statt Office, warum wir alles auf eine Karte setzen
Warum drei Leute Schreibtisch und Slide-Decks gegen einen Wohnwagen tauschen. Zwei einfache Prinzipien treiben uns an: Natur statt Office und ein Happy Business.
Es gibt diesen einen Moment im Studium, an dem sich die Wege plötzlich gabeln. Die meisten biegen ab in Richtung Consulting und Großkonzern, hinein in eine Welt aus endlosen Slide-Decks über Kostensparpakete, die niemanden wirklich glücklich machen, am allerwenigsten diejenigen, die sie bauen. Wir drei wussten schnell: Das ist nicht unser Weg. Wir wollten nicht in einem Büro versauern, während draußen das Leben passiert. Wir wollten etwas Echtes.
Wie dieses "Echte" aussehen könnte, zeigte sich anfangs ganz unscheinbar. Ein Professor mit tiefen Wurzeln in der Tourismusbranche erzählte uns von einer Idee, aus der zunächst nur ein nüchternes Uni-Projekt wurde: drei Monate Marktanalyse. Wir waren von der Sache überzeugt, doch das richtige Feuer fehlte noch. Das entfachte erst, als wir die Bibliothek verließen und anfingen, mit echten Menschen zu sprechen. Mit Branchenexperten, Platzbetreibern und Leuten, die seit Jahrzehnten in der Camping-Welt zu Hause sind. Mit jedem Gespräch und jedem gesammelten Detail wuchs aus einem simplen Semesterprojekt ein Wunsch, der uns nicht mehr losließ: Wir wollen das nicht nur analysieren. Wir wollen das machen. In echt.
Unsere Motivation dafür lässt sich auf zwei einfache Prinzipien herunterbrechen. Erstens: Natur statt Office. Wenn uns nachts jemand weckt, ist das die Antwort, die wie aus der Pistole geschossen kommt. Wir wollen raus an Orte, die den Menschen guttun. Zweitens wollen wir ein Happy Business aufbauen. Keine Optimierung um der Optimierung willen, sondern ein Produkt, das echtes Glück stiftet. Es gibt nur wenige Branchen, in denen dein Job schlicht darin besteht, anderen einen schönen Ort und eine gute Zeit zu bieten, und Camping ist definitiv eine davon. Und ganz ehrlich: Es ist ein verdammt beruhigendes Gefühl, etwas zu erschaffen, das so schnell keine KI ersetzen kann.
Dass wir dieses Vorhaben als Team stemmen können, liegt daran, dass wir uns fast schon verdächtig gut ergänzen. Jeremy ist unser Naturbursche und Jäger, der ohnehin draußen zu Hause ist. Justus bringt die geballte Camping-Erfahrung mit, weil er gefühlt immer und überall campt. Und Hannes weiß durch seinen Hintergrund in der Hotellerie und Gastronomie genau, wie man Gäste empfängt und was einen Ort zu einem wirklich guten Gastgeber macht. Drei völlig unterschiedliche Puzzleteile, die zufällig perfekt ineinandergreifen.
Nachdem die theoretischen Hausaufgaben erledigt waren, die Analysen geschrieben und die Gespräche geführt, war es Zeit für die Praxis. Wir wollten die Plätze der Republik mit eigenen Augen sehen und mit eigenen Händen anfassen. Also kauften wir uns kurzerhand einen Wohnwagen (wie genau das ablief, ist eine wilde Geschichte, die wir euch bald erzählen) und machten uns auf den Weg.
Das Ziel dieser achtwöchigen Reise ist klar: Wir wollen langfristig selbst einen Platz übernehmen und ihn zu einem Hafen machen. Zu einem Ort, an dem Menschen einfach gerne sind. Unser Projekt trägt den Namen Lieblingsplatz nicht umsonst. Wir möchten unseren eigenen Lieblingsplatz erschaffen, damit er zum Lieblingsplatz vieler anderer werden kann.
Falls diese Zeilen von jemandem gelesen werden, der selbst einen Platz besitzt: Wir haben den allergrößten Respekt vor dem, was Sie aufgebaut haben. Ein Lebenswerk gibt man nicht leichtfertig aus der Hand. Aber wir bringen genau den Biss, die Leidenschaft und die frischen Ideen mit, um so einen Ort nicht nur zu bewahren, sondern ihn erfolgreich in die Zukunft zu führen. Und vielleicht ist genau das der Anfang von etwas Großem.